Manager
Magazin 1/1999
http://www.manager-magazin.de
High-Tech-Jobs: Gute Chancen
für Deutsche -
die Firmen im Silicon Valley suchen Mitarbeiter
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H I G H - T E C H
- J O B S
Go west, Germans
Noch nie waren die Chancen für Deutsche im Silicon
Valley besser als heute. High-Tech-Firmen suchen fieberhaft nach
qualifizierten Mitarbeitern – neben Programmierern vor allem nach
Managern.
Haben wir
uns verlaufen? Es ist so seltsam ruhig im „Palace Hotel“, wo an diesem
Mittwoch vormittag eine große Jobbörse stattfinden soll –
die Bay Area Job Fair in Downtown San Francisco.
Eigentlich müßten sich die Bewerber scharenweise
um die Stände drängeln. Doch die 80 Personalchefs bleiben
weitgehend unter sich. Sie stehen gelangweilt herum, manche wippen
unruhig mit dem Fuß, andere blättern in der Zeitung. Und sie
alle warten vergeblich: „Wir finden nirgends Leute, der Markt ist leer,
und hier läuft auch nicht viel“, klagt Gary Drach, Manager beim
Telekommunikationskonzern WorldCom.
Gary Drach und seine Kollegen fahnden nach SAP-Spezialisten,
Java-Programmierern und Web-Designern. Jeder, der sich irgendwie mit
Computern auskennt, ist willkommen. Sie nehmen Uniabsolventen und
Quereinsteiger – und besonders gern Manager.
IT-Experten sind überall in der Welt rar, aber
nirgendwo ist der Mangel so groß wie in der Region um San
Francisco und in dem ein paar Meilen südlich gelegenen Silicon
Valley.
1,2 Millionen High-Tech-Arbeitsplätze gibt es dort, die
meisten davon in Computer- und Softwarefirmen. Und die rasante
Ausbreitung des Internets lockt immer mehr Start-ups auf den Markt.
Sie wachsen mit atemberaubender Geschwindigkeit – und so manche
würden noch schneller expandieren, wenn sie nur die entsprechenden
Mitarbeiter bekämen.
Mittlerweile haben die Firmen sogar die US-Regierung unter
Druck gesetzt. Mit Erfolg: Für das laufende Jahr wurde das
Kontingent an Arbeitsvisa auf 115 000 erhöht und damit im
Vergleich zu 1997 fast verdoppelt (siehe Kasten).
Die Zahl ist nicht riesig, aber immerhin: Die Chancen
für Ausländer, einen Arbeitsplatz in den USA zu ergattern,
sind deutlich gestiegen. Zumal für Deutsche. Germany ist für
die amerikanische IT-Industrie der wichtigste Auslandsmarkt; da kann –
das haben die US-Firmen mittlerweile gelernt – ein Deutscher im
Management durchaus hilfreich sein.
Es hat sie auch in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer
mal wieder gegeben – die großen, spektakulären Karrieren
deutscher IT-Manager in den USA. Michael Spindler, der ehemalige
Apple-Chef, gehört dazu, und auch Eckard Pfeiffer, der es zum CEO
von Compaq gebracht hat.
Doch sie blieben die Ausnahmen, ein scheinbar unerreichbares
Vorbild im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Nun aber hat sich
das Umfeld verändert: Nie waren die Rahmenbedingungen für
einen Wechsel in die Staaten so gut wie heute.
Die
Jobsuche erfordert Phantasie und Glück
Deutsche IT-Experten und -Manager müssen sich nur
trauen. Wer bei der Jobsuche ein bißchen Phantasie beweist und
nicht gleich vor der ersten bürokratischen Hürde
zurückschreckt, wer sich mit den Spielregeln der modernen
Goldgräber im Silicon Valley vertraut macht und dazu ein Quentchen
Glück hat – für den kann der American Dream schnell wahr
werden.
Ingo Reese hat seinen Traumjob schon gefunden. Er war
PR-Manager des Online-Dienstes AOL, Dienstsitz Hamburg. Seit Anfang
November ist er Director bei NuvoMedia in Palo Alto, einem
High-Tech-Unternehmen, das die Technologie für elektronische
Bücher entwickelt.
Der Sprung direkt ins Topmanagement eines amerikanischen
Unternehmens gelang, obwohl Reese nie zuvor im Ausland gearbeitet
hatte. Ihm kam die schlichte Tatsache zugute, daß er Deutscher
ist: Die Start-up-Firma will ihr globales Geschäft zügig
ausbauen, und weil Deutschland einer der künftigen Kernmärkte
ist, erhielt Reese die Verantwortung für den gesamten Bereich
International Development.
Natürlich weiß Reese, daß er sich auf ein
Abenteuer eingelassen hat. Er kennt das Land nicht, er muß sich
in eine neue Position einarbeiten und gleichzeitig lernen, wie seine
Firma und die Branche ticken. Das schafft Unsicherheit.
Und vielleicht auch Angst. Die amerikanische High-Tech-Szene
ist quirlig, aber auch kurzlebig. Unternehmen, die beinahe monatlich
ihren Umsatz verdoppeln, können so schnell abstürzen, wie sie
aufgestiegen sind.
Da braucht es schon eine Portion Mut, zu Hause alles
aufzugeben und nach Westen zu ziehen. Den meisten scheint das Risiko
denn auch zu hoch. Robert Otis, Vice President von Atlantic Research
Technologies, sucht im Auftrag amerikanischer Unternehmen deutsche
Manager – und er hat frustrierende Erfahrungen gemacht: „Nur 5 Prozent
der von uns angesprochenen Kandidaten überlegen sich ernsthaft, in
die USA überzusiedeln.“
Die
Personalchefs stellen auch Exoten ein
Der Bedarf ist hoch, die Zahl der Kandidaten gering. Allein
im Multimedia Gulch, der Multimedia-Schlucht von San Francisco,
drängen sich in 40 Häuserblocks 400 Internet-Firmen zusammen.
Und alle suchen, suchen, suchen. „Wer Java nur buchstabieren kann,
bekommt hier einen Job als Web-Programmierer“, witzelt ein Web-Designer
im kultigen Cafe „Southpark“ in San Francisco.
In ihrer Not nehmen die Personalchefs selbst Exoten, von
denen man kaum glauben könnte, daß sie irgend etwas im
Valley verloren hätten.
Christopher Kolb ist ein solcher Außenseiter.
Theoretische Physik und Philosophie hat er studiert, eine eher seltene
Fächerkombination. Nach den ersten Semestern an der
Oxford-University hätte er durchaus im regnerischen England
hängenbleiben können. Doch es zog ihn weiter zur
erträumten Ausbildung in den Vereinigten Staaten. Dort machte er
seinen Ph. D. mit einer Arbeit über gehirnähnliche
Computersysteme.
Attraktive Angebote bekam Kolb schon während seines
Studiums: Der US-Konzern Xerox wollte ihn haben und auch IBM. Aber Kolb
ging zu CyberGold, einem Internet-Start-up in Berkeley.
Die Entscheidung gegen die verlockende Konzernkarriere
erwies sich als richtig: 1996 stieg der damals 25jährige bei
CyberGold ein, knapp zwei Jahre später hatte er es zum Vice
President of Production gebracht.
Die
Bewerber müssen schnell und flexibel sein
Kolb fiel es nicht schwer, in den USA das richtige
Unternehmen zu finden: Die Universität Berkeley, an der er
studiert hat, ist umgeben von Hunderten wachstumshungriger
Computerfirmen. Er wußte, was in der Szene lief, und brauchte bei
der passenden Gelegenheit nur zuzugreifen.
Aber auch in anderer Hinsicht zahlt sich das Studium fern
der Heimat aus: „Amerikanische Unternehmen bevorzugen Kandidaten mit
internationaler Erfahrung“, sagt David Nosal von der
Personalberatungsfirma Korn/Ferry. „Bewerber können sich mit ein
paar Auslandssemestern profilieren oder auch mit dem Hinweis darauf,
daß sie schon mal bei der Tochter eines US-Konzerns in
Deutschland angestellt waren.“
Wenn ihnen so einer über den Weg läuft, fackeln
die Unternehmen in der San Francisco Bay Area nicht lange. Das hat auch
Henning Kather erlebt, der zwei Jahre in der Münchner
Niederlassung des Computerkonzerns Digital Equipment gearbeitet hatte.
1996 fühlte er sich reif für eine neue Herausforderung: Mit
einer Adressenliste in der Tasche reiste er in die USA und klapperte
zahlreiche Firmen ab.
Kather hatte sich auf eine lange Bewerbungstour eingestellt,
auf Kreuzverhöre, Absagen und Enttäuschungen. Doch es kam
ganz anders: Die Internet-Firma Netscape im kalifornischen Mountainview
schloß auf der Stelle einen Vertrag mit ihm.
Gerade mal zwei Wochen Zeit hatte Kather, um seine Wohnung
in München aufzugeben, sein Auto zu verkaufen und sich von
Freunden und Eltern zu verabschieden. Dann saß er im Flugzeug
nach San Francisco, ein Kribbeln im Bauch und einen vielversprechenden
Job als „Manager International Websites“ in Aussicht.
Kather kommt aus der Branche; er wußte, bei welchen
Unternehmen er anklopfen, mit wem er reden mußte. Aber einer, der
gerade in Passau oder Flensburg sein Studium abschließt – wie
soll der herausbekommen, wie er im Silicon Valley an einen Job kommt?
Am besten ist es, seine Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Es muß ja nicht immer Mallorca oder Ibiza sein – schon ein paar
Wochen Urlaub im sonnigen Kalifornien können genügen, um die
verschiedenen Job-Fairs zu besuchen oder einfach bei ein paar Firmen
hineinzuschauen.
Hat es dann gefunkt, arbeiten die ganz Harten auch mal ein
halbes Jahr umsonst. Wenn als Lohn eine Festanstellung und später
vielleicht sogar ein dickes Paket Stock-options herausspringt, hat sich
der Einsatz allemal gelohnt.
Parallel dazu bietet es sich an, online einen oder mehrere
Headhunter anzuschreiben. In der Regel zahlen die Kandidaten für
den Vermittlungsservice nichts. Erst wenn ein Kontrakt geschlossen
wird, sind 30 bis 60 Prozent des ersten Jahresgehalts als
Vermittlungsgebühr fällig; die allerdings geht zu Lasten des
Unternehmens.
Brancheninsider können auch über das Netz gen
Westen surfen. Fast jedes amerikanische High-Tech-Unternehmen hat eine
interne Jobbörse im World Wide Web eingerichtet. Zudem gibt es
zahlreiche Online-Börsen, auf denen Firmen ihre freien Stellen
digital ausschreiben. Wer online sucht, muß auch per E-mail
antworten. Der schriftlich eingereichte Lebenslauf ist out. „Niemand
schickt mehr Bewerbungen per Post“, sagt Melissa Walia von der auf
Internet-Suchmaschinen spezialisierten Firma Excite, „wir nehmen nur
Leute, die sich auf unserer Website bewerben.“
Ohnehin werden „Papiere, Zeugnisse und erstaunlicherweise
auch Diplome weithin als wertlos angesehen“, sagt Klaus Schulz. „Erst
wenn der Manager in der neuen Firma aktiv wird und Berge versetzt, wird
ab und zu mal erwähnt, daß er ein Diplom hat.“
Klaus Schulz gehört zu den bunten Hunden in der
Branche. Der ehemalige Flugzeugmechaniker kam vor 20 Jahren von Berlin
ins Silicon Valley. Sein Englisch war miserabel, sein
Durchsetzungswille enorm. Vor einiger Zeit kaufte ihn der
Computerkonzern 3Com für eine Ablösegebühr von 100 000
Dollar aus dem Vertrag mit National Semiconductor. Schulz ist nun Vice
President Internet bei 3Com.
Mittlerweile geht Schulz selbst auf die Pirsch nach
Personal. „Wir suchen seit einem halben Jahr zwei hochrangige Manager
für die Bereiche E-commerce und Web-Services“, sagt Schulz,
„bislang ohne Erfolg.“
Warum gerade Manager so knapp sind, erklärt Headhunter
Otis mit seinem „Generationenmodell“: Am Anfang arbeiten die
Start-up-Gründer rund um die Uhr. Der CEO schafft den Müll
raus, der Vice President of Sales hat noch nie etwas verkauft.
Um Eigenkapital in das Unternehmen zu holen und die
Strategie festzulegen, wird ein Business Manager eingestellt. Zwei,
drei weitere Kollegen kommen dazu – aber es reicht immer noch nicht.
Irgendwann merken die Investoren, daß die vorhandene Mannschaft
das Unternehmen nicht über die Umsatzgrenze von 100 oder 200
Millionen Dollar hieven kann. Und spätestens dann müssen
zusätzliche Manager her.
Die IT-Companys suchen fieberhaft – aber sie nehmen nicht
jeden. Denn auch für sie gilt die simple Regel: Je höher die
zu vergebende Position, desto strenger die Anforderungen an den
Kandidaten.
Aber wie kann der Bewerber klarmachen, daß gerade er
der Richtige für den Posten des Geschäftsführers oder
Vorstands ist? „Man muß Lösungen für das Unternehmen
anbieten und sich als unentbehrlich verkaufen“, empfiehlt Headhunter
David Nosal.
Ein Rat, der überall paßt, aber für den
Einstieg ins amerikanische Business besonders zählt. Die richtige
Verkaufsstrategie ist dort das A und O, wer nicht protzt, der wird auch
nichts.
„Jeder hier im Silicon Valley hat etwas Besonderes geleistet
und erzählt es auch lauthals“, sagt Ingo Reese. Deutsche
Zurückhaltung wird seiner Erfahrung nach „nicht für vornehmes
Understatement gehalten, sondern schlicht für langweilig“.
Auftrumpfen muß der künftige Spitzenmanager und
mit ein paar gezielten Bemerkungen beweisen, daß er sich sowohl
im amerikanischen als auch im internationalen Markt auskennt.
Das
Netzwerk bestimmt den Erfolg
„Im nächsten Schritt zeigt man dann mit einer knackigen
Power-Point-Präsentation, daß das Unternehmen x Millionen
Dollar mehr Umsatz machen könnte, wenn es auch das Ausland
beackern würde. Und schon sitzt man als International Development
Manager im Boot.“ Solch strahlenden Optimismus verbreitet Payton
Stiewe, der die Szene kennt wie kaum ein anderer. Er kam vor gut zehn
Jahren nach Amerika, Rucksack auf dem Rücken, Flausen im Kopf.
Gerade mal 20 war er damals, einen Job hatte er nicht. Doch
den bekam er schnell: Aufgrund seiner Deutschkenntnisse heuerte ihn
eine Beratungsfirma an, für die er Brücken zwischen
amerikanischen und deutschen Unternehmen baute. Inzwischen ist auch
Stiewe aufgestiegen – zum Product Development Manager bei When.com,
einem Anbieter von Veranstaltungskalendern im Web.
Seine Jobs hat sich Stiewe immer selbst gesucht, von
Headhuntern hält er nichts („Alles nur Haie“). Viel sinnvoller sei
es, auf eigene Faust loszuziehen, Kontaktbörsen zu besuchen und
auf Networking Partys zu gehen. Dort werden Netzwerke geknüpft und
interessante Informationen über Konkurrenten, Neugründungen
und freie Stellen ausgetauscht (siehe Kasten).
„Ohne Kontakte geht gar nichts“, sagt Stiewe. Und so sieht
man ihn immer wieder auf den Partys in San Francisco und Umgebung, ein
Glas Bier in der Hand, die Visitenkarten in der Gesäßtasche.
Jobs beim Bier? Die lockere Atmosphäre täuscht.
Klar im Kopf muß man schon sein – und im Zweifelsfall schnell
reagieren, sonst verpaßt man die besten Chancen. Stiewe
weiß, wovon er spricht: Wäre er an einem lauen Sommerabend
nicht schon ein bißchen beschwipst gewesen, hätte er sich
vielleicht die Stelle beim Internet-Shooting-Star Yahoo geschnappt.
Die Schlagzahl ist hoch, erst recht im Arbeitsalltag. Zeit
zum Ausruhen gibt es nicht, auch nicht auf den eigenen Erfolgen. Ob
Deutscher oder Amerikaner, im Silicon Valley ist man nur so gut wie
sein letztes Quartal, danach muß jeder sein Können von neuem
unter Beweis stellen. „Die High-Tech-Industrie“, sagt Christopher Kolb,
„hat ein verdammt kurzes Gedächtnis.“
Auf lange Einarbeitungs- oder Schonzeiten kann niemand
hoffen. Kolb weiß, was das heißt: Bereits am zweiten
Arbeitstag wurde er zu einem Fortune-100-Unternehmen geschickt, um das
Angebot von CyberGold vorzustellen. „Augen zu und durch“, rät er
heute, „mit einer anderen Einstellung schafft man es nicht.“
Der
Jobwechsel ist eine Selbstverständlichkeit
Im Valley überleben nur Typen mit starken Nerven.
Entscheidungen müssen rasch getroffen werden,
Absicherungsmentalität und Perfektionismus bedeuten das sichere
Aus. „100-Prozent-Lösungen sind in den USA schon aus
Zeitgründen nicht machbar“, sagt Herman de Kesel,
Tasa-Personalberater in Palo Alto. Worauf es ankommt, ist die grobe
Linie. Und das heißt: 70 Prozent tun es auch. Fehler werden
anschließend behoben
Die Menschen im Techno-Tal sind tolerant, aber auch sehr
ehrgeizig; Loyalität ist selten, Jobwechsel sind an der
Tagesordnung. Die Konkurrenz der Firmen und Mitarbeiter untereinander
ist bisweilen brutal. Ebenso wie der Arbeitsaufwand: Die
100-Stunden-Woche ist beileibe keine Ausnahme.
Unternehmen, die ihren Leuten diesen Streß zumuten,
versuchen mit bisweilen ausgefallenen Motivationsprogrammen die
Stimmung zu halten. Ein skurriles Beispiel ist das „Kill-Board“, das im
Büro von Christopher Kolb bei CyberGold hängt: Nach einer
durchgearbeiteten Nacht, einem „allnighter“, dürfen seine Kollegen
darauf einen Totenkopf malen. Ist die Tafel voll, fährt das Team
mit einer Riesenlimousine nach Las Vegas und läßt eine Fete
steigen.
Temperamente, die Gefallen an einem solchen Leben finden,
werden sich wohl auch über den „Devastator Award“ freuen:
Mitarbeiter, die ein besonders hartnäckiges Problem gelöst
haben, dürfen sich einen Tag lang „Zerstörer“ nennen. Zur
Belohnung gibt es einen zehn Pfund schweren Hammer, mit dem der
Ausgezeichnete vor versammelter Mannschaft Computerschrott und alte
Fernseher zertrümmert.
Umgangsformen und Arbeitsweise sind
gewöhnungsbedürftig, nicht minder ist es die Entlohnung.
Neugegründete Firmen haben meist mehr Ideen als Kapital, das Geld
reicht hinten und vorn nicht aus. Die Folge: Viele Start-ups – aber
auch eine Reihe etablierter Großunternehmen – wandeln erhebliche
Teile der Gehälter in Stock-options-Pakete um (siehe Kasten).
Für die Firmen bieten die Aktienoptionen oftmals die
einzige Möglichkeit, konkurrenzfähige Gehälter zu
zahlen. Den Mitarbeitern gelten sie als Weg zu einem ansehnlichen
Vermögen. Das kann gutgehen, muß aber nicht. So manch einer,
der sich bereits im Swimmingpool seiner neuen Villa sah, lebt noch
immer zur Untermiete.
Die Stock-options sind das exakte Abbild der
Silicon-Valley-Karrieren: knallhart, mit großen Risiken und
Unwägbarkeiten behaftet – aber auch mit der Aussicht auf schnellen
Aufstieg, viel Geld und jede Menge Spaß.
Reiner
Gaertner
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